|
Im 14./15. Jahrhundert kannte man bereits Chororgeln, die zur Begleitung des Chorgesanges herangezogen wurden.Die große Kirchenorgel hatte ihren festen Platz an einer Wand im Kirchenraum und diente vornehmlich dem konzertanten Spiel. Chororgeln, auch Positive genannt, wurden meistens im Chorraum aufgestellt, wo auch die Sängerchöre ihren liturgischen Dienst verrichten mussten. In Italien habe ich wiederholt die kleinen Orgeln mit ihrem „grossen“ Ton bewundern können. Im Ripieno werden die typischen Principalregister mit den hohen Obertonreihen vereinigt. Dadurch wird ein gravitätischer Orgelklang erreicht, der auch größere Kirchenräume ausfüllen kann. Es dürfte nicht unerwähnt bleiben, dass man auf den einmanualigen Orgeln mit ihrem rudimentären Pedalwerk recht viele Solomöglichkeiten ausfindig machen kann. Ein Zeichen dafür mehr, dass die Instrumente nicht nur zur Begleitung parat standen, sondern auch für das solistische Spiel eingesetzt wurden. Eine sehr schöne Orgel „ Piccolo Organo Settecentesco“ von dem Orgelbauer Traeri, aus dem Privatbesitz meines Freundes Giuseppe Zanaboni | Piacenza , hat mich dazu veranlasst, über eine Chororgel für den praktischen Einsatz in unseren Kirchen nachzudenken. Verschiedene Dispositionsmodelle wurden erstellt und mit Orgelbauern und Kollegen diskutiert. Helmut Bornefeld hat einmal gesagt:“ Die Kunst der Disposition besteht darin, mit einem Minimum von Registern einem Maximum dieser Anforderungen gerecht zu werden. Je kleiner eine Orgel ist, desto schwieriger wird es, durch geschickte Aussparungen dennoch allen Grundanforderungen zu genügen.Bei der Chororgel für die St. Remigiuskirche in Viersen entschieden wir uns für die hier genannte „chorische“ Version.
Zunächst aber ein Erinnerungsbild:
|